Ich war schon immer begeistert von smarter, moderner Technologie und Dingen, die unser Leben einfacher machen. Für mich zählt dabei meist nur eine Frage: Kann es wirklich etwas zum Positiven verändern?
Heute erzähle ich, warum ich Hayver gegründet habe – und warum das gerade jetzt so wichtig ist.
Die Suche nach der Wallbox
Wie viele andere begann ich online: Wie bekomme ich eine Wallbox? Was brauche ich dafür? Und welche ist überhaupt gut?
Als erstes war dort mein regionaler Energieanbieter, der Wallboxen direkt zum Kauf anbot – für die Installation sollte ich mir aber selbst einen Elektrofachbetrieb suchen. Ich fragte also mehrere Betriebe an und merkte schnell: So einfach war es nicht. Ein Betrieb setzte grundsätzlich nur auf eigene, deutlich teurere Systeme. Ein anderer führte solche Installationen gar nicht durch. Der nächste verlangte deutlich überhöhte Preise und machte das Angebot insgesamt sehr undurchsichtig. Die Nachfrage, ob mein Zählerschrank bereits vorbereitet war, ließ sich auch nicht so einfach kostenlos klären.
Ich habe Erfahrung in Kundenlösungen und international in diesem Bereich gearbeitet – aber am Ende bin auch ich nur Verbraucher. Und während meiner Suche kamen immer mehr Fragen auf: Was, wenn ich die Wallbox später mit einer Photovoltaikanlage verbinden möchte? Wie plane ich von Anfang an zukunftssicher? Spätestens hier wurde es aber richtig kompliziert.
„Einfach Formular ausfüllen und Angebote erhalten“
Ich probierte es dann, wie es viele Webseiten versprechen: Schnell ein Formular ausfüllen, Angebote und Beratung erhalten – fertig. So einfach war es nicht.
Mein Postfach füllte sich täglich mit oft komplizierten, undurchsichtigen Angeboten und angeblichen Einsparungen, die sich später als deutlich weniger vorteilhaft herausstellten. Noch heute bekomme ich Spam-Mails von Anbietern, denen ich damals meine Telefonnummer gegeben hatte – spätestens beim ersten Anruf eines Vertrieblers, der mich sofort zu einer Entscheidung drängen wollte, wurde mir bewusst, dass das nicht so schnell aufhören würde. Und natürlich blieb es nicht bei diesem einen Anruf.
Ein aggressiver, undurchsichtiger Markt
Davon abgeschreckt, hörte ich mich auch im Freundes- und Bekanntenkreis um. Neben positiven Berichten verlief der Start bei vielen holprig: Ein guter Bekannter ließ sich vor allem durch aggressiven Vertrieb für seine neue PV-Anlage überzeugen, obwohl bereits klar war, dass sich die Anlage über die Laufzeit womöglich nie rentieren würde – darüber ärgert er sich heute noch.
Es gibt unzählige Webseiten, die bei der Angebotssuche helfen wollen – viele funktionieren aber nach demselben Prinzip: Schnell Kontaktdaten eintragen, im Gegenzug zahlreiche Angebote, E-Mails und Anrufe erhalten. Seriöse, gute Anbieter gibt es, doch sie zu finden fühlt sich oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen an – auch weil Prozess und Ablauf häufig unklar bleiben.
Mir wurde schnell klar: Der Markt ist undurchsichtig, aggressives Marketing weit verbreitet – und die Unwissenheit vieler Menschen wird oft ausgenutzt. Das Sammeln persönlicher Daten gehört eher zum Standard als zur Ausnahme.
Wie kann man das besser machen?
Diese Frage ließ mich nicht los. Bei Wallboxen, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und anderen Technologien der Energiewende geht es um große Investitionen und langfristige Entscheidungen. Wer sich nicht intensiv damit beschäftigt, kann kaum einschätzen, welche Lösung sinnvoll, welcher Preis angemessen und welchem Anbieter zu vertrauen ist. Daraus entstand die Idee zu Hayver.
Von der Idee zur Umsetzung
Bevor es losging, lag aber noch ein langer Weg vor mir: viel Fachwissen aneignen und praktische Erfahrung sammeln, zahlreiche Gespräche mit Fachbetrieben, Energieexperten und Verbrauchern führen, die bereits eigene Erfahrungen gemacht hatten. Ein Team aufbauen und am Ende stand die Gründung eines Startups. Es gab auch einige Rückschläge, da der Markt für erneuerbare Energien hart umkämpft ist, und nicht alle Beteiligten nur das Beste für die Branche und Verbraucher im Sinn.
Dazu noch unendlich viele Stunden Entwicklungsarbeit – an Planungswerkzeugen, der User-App und unserem Partnerportal. Vieles davon ist für Außenstehende unsichtbar, bildet aber die Grundlage dafür, dass Hayver heute funktioniert.
Die Arbeit wird zwar nicht weniger, aber die Leidenschaft dafür wird stetig größer. Und Hayver steht mit seiner Mission noch ganz am Anfang. Es gibt noch so viel zu tun.
Eine neue Energieversorgung
Was mich und Hayver antreibt, geht weit über die Suche nach einer Wallbox hinaus. Wir stehen am Beginn einer umfassenden Veränderung unserer Energieversorgung: weg von zentralen, fossilen Strukturen – hin zu einer dezentralen, nachhaltigen Versorgung.
Künftig werden immer mehr Haushalte ihre eigene Energie erzeugen. Sonnen- und Windkraft werden dabei einen wesentlichen Teil liefern. Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen können den Energiebedarf effizient decken und eine nachhaltige Wärme- und Warmwasserversorgung ermöglichen.
Diese Technologien gibt es bereits – jetzt müssen wir sie nur besser zugänglich machen: mit verständlichen Lösungen, ehrlicher Beratung und transparenten Prozessen. Niemand soll mit aggressivem Marketing oder unübersichtlichen Angeboten allein gelassen werden.
Die große technologische Revolution im Energiesektor steht uns noch bevor.
Gründer und Geschäftsführer